ES WAREN AUSGESUCHTE UND HOCH MOTIVIERTE MÄNNER

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Der Personalbestand des FJB war kadermäßig auf relativ hohem Niveau ausgesucht, im Vergleich mit den Linieneinheiten. Jeder Soldat oder Unteroffizier hatte mindestens die 10-klassige Polytechnische Oberschule abgeschlossen und einen Beruf erlernt. Der Anteil an Abiturienten war überdurchschnittlich hoch. Besonderes Augenmerk wurde auf die persönliche Eignung der zukünftigen Fallschirmjäger gelegt. So schloss eine Vorstrafe oder ein schlechter Leumund eine Einberufung zum FJB definitiv aus. Besonderer Wert wurde auf  eine klare Position zum Staat DDR gelegt. Kaum einer der Fallschirmjäger war nicht in der FDJ organisiert. Der Anteil an Mitgliedern oder Kandidaten der SED unter den Soldaten und Unteroffizieren war relativ hoch, z. B. verglichen mit dem in einen MSB. So wurde also aus politischen und Sicherheitsgründen ein ausgesuchter Personalbestand im Fallschirmjägertruppenteil versammelt, der in der Regel bereits gut militärisch vorgebildet, hervorragend physisch leistungsfähig sowie hoch motiviert war.

Was die ideologische Motivation der Soldaten und Unteroffiziere betraf, die sich zum Dienst im Fallschirmjägertruppenteil verpflichteten, so war diese durchaus differenziert.

Bei den meisten der jungen Soldaten und Unteroffiziere lag wohl doch mehr der Wille, sich bei  dieser Truppe als Mann zu bewähren, etwas zu erleben und ein „harter Kerl“ zu werden, im Vordergrund. Gerade dieser Umstand führte in nicht wenigen Fällen zu Enttäuschungen, wenn gestellte Erwartungen nicht erfüllt wurden. Insbesondere in den älteren Dienstjahren kam es immer wieder auch zu groben Disziplinverstößen, die auf  einen Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit des Alltagsleben als Fallschirmjäger zurückzuführen waren. Gleichwohl gab es kaum nennenswerte Probleme, was Einsatzfreude, Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen und Wille zum unbedingten Erfüllen eines Auftrages bei Höhepunkten wie Übungen und größere Ausbildungsmaßnahmen betraf, wie die jährlich im Wechsel durchgeführten Sommer- oder Winterfeldlager im Mittelgebirge mit den Schwerpunkten der Ski- und Bergsteigeausbildung und den jährlichen Sprunglagern bewiesen. Zu Übungen traten die Fallschirmjäger hoch motiviert und leistungsbereit an und erfüllten alle Aufgaben in der Regel mit beachtenswerten Ergebnissen.

Im Zeitraum von 1962-1986 führte das Fallschirmjägerbataillon jährlich taktische Übungen durch und nahm an insgesamt acht Großübungen der NVA und ihrer Verbündeten teil. 1964 erhielten die Fallschirmjäger die Waffenfarbe Orange. Im gleichen Jahr nahmen sie mit dem steingrauen Barett erstmalig an einer Parade der NVA teil. 1966 wurde das Fallschirmsprungabzeichen, 1969 das orange Barett eingeführt. Es erfolgte 1971 eine kurzzeitige Umbenennung in FJB-2 und 1972 dann in FJB-40. Im Winter 1978/79 bewähren sich die Männer des Bataillons in einem wochenlangen Katastropheneinsatz auf der Insel Rügen. 1981 erfolgt die Umdislozierung nach Lehnin.  Am 01.12.1986 wurde das FJB zum Luftsturmregiment  umstrukturiert.