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Wie in jeder Chronik, nahmen auch in 75/76 die Fragen der Gefechtsbereitschaft einen breiten Raum ein. Es wird berichtet, dass während der Abschlussüberprüfung durch das Kdo. Lask  in der Zeit vom 13.04. bis zum 15.04.1976 nur die Dokumente der Gefechtsbereitschaft überprüft wurden.

Dabei wurde eingeschätzt:
Zitat: „… Die Dokumente der Gefechtsbereitschaft entsprachen den Forderungen des Befehls 1/72 des Stellvertreters des Chefs der Landstreitkräfte und Chef  Ausbildung … „

Dabei handelte es sich um einen ganzen Komplex von Dokumenten, die dazu im Truppenteil zu erarbeiten  und vorzuhalten waren. Das begann bei den Dokumenten, welche die Fragen des Übergangs des TT´s vom Frieden in den Kriegszustand regelte und hörte bei den Handlungszyklogrammen in den einzelnen Einheiten auf. Dazu mussten Vorgesetzte und Mannschaften in Funktionen darüber hinaus Zeiten und Abläufe handlungssicher beherrschen.

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Befand sich das Truppenteil geschlossen außerhalb des Standortes, mussten diese Dokumente auf die vorhandenen konkreten Bedingungen präzisiert und angewendet werden. Ich erinnere, dass generell innerhalb der ersten drei Tage in den Feldlagern diese Präzisierungen abgeschlossen waren, was nicht selten mit dem entsprechenden Training von Elementen der Gefechtsbereitschaft abschloss. So auch im Jahr 1976!

Zitat: „…Auf Befehl des Kommandeurs des Fallschirmjäger-Bataillons 40 wurde am 17.02.1976 um 05.00 Uhr im Winterfeldlager TAMBACH-DIETHARZ die höhere Stufe der Gefechtsbereitschaft „Volle Gefechtsbereitschaft“ mit den Einschränkungen 41, 42, 43 ausgelöst….“

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Es lief so ab, dass die Einheiten alarmiert wurden, Waffen empfingen und mit den Mitteln der Restverladung die festgelegten Stellplätze bezogen. Nachdem die Technik marschbereit war, verließen wir das Lager und bezogen den festgelegten WKR. Danach wurde die Alarmierung abgebrochen.

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Sehr zufrieden waren damals die Techniker, dass unsere Technik einsatzbereit war!

Zitat: „… Trotz ungünstiger Wetterbedingungen und des Abstellens  der gesamten Technik des Bataillons im Freien waren alle Kfz. X+40 fahrbereit und das Bataillon in der Lage, den Raum organisiert und vollständig zu verlassen….“

Dabei galten unter den Bedingungen eines Feldlagers andere Zeiten als die im ständigen Standort. Ich erinnere, dass es da einen Zeitaufschlag von 15 Minuten gab.

Die Überprüfung wurde mit einem guten Ergebnis abgeschlossen!

Zitat: „…Im Ergebnis der Überprüfung wurde durch den Kommandeur des Fallschirmjäger-Bataillons 40 eingeschätzt: Das Fallschirmjäger-Bataillon 40 ist gefechtsbereit… „

Trotzdem  gab es doch eine Anzahl von Mängeln, die ausgewertet und abgestellt wurden.

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Zum Abschluss dieses zweiten Teils der Chronik  sehen wir zwei Kopien, die sich mit  Ergebnissen von Inspektionen, Gesamt- und Teilkontrollen beschäftigen. Hier fällt vor allem eines auf: Im FJB gab es eine immerwährende „Aufwärtsentwicklung“ der Ergebnisse der Ausbildung. Wir sehen heute, dass auch die normale militärfachliche Beurteilung von Ausbildungsergebnissen dem damaligen politischen Duktus in der DDR angepasst war. Weiterhin bemerkenswert der Stellenwert der Durchsetzung des Befehls 30/74 im Rahmen von Kontrollen und Inspektionen.

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Klaus-Dieter Krug

 

Quelle:
Bundesarchiv Freiburg, Abteilung Militärarchiv
BAF DVH 8-2 / 46590